Sind Frauenparkplätze eine Diskriminierung von Männern ?.

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    • hirschn.deluxe schrieb:

      Du könntest dir doch was jagen gehen. Oder bist du auch schon so verweichlicht und gehst im Discounter einkaufen?
      Nein, denn mit Kapitalismus bin ich recht zufrieden. Der mit dem besten Produkt macht auch am meisten Schotter. So muß nicht jeder alles können, und Handel stärkt bekanntlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
      Außerdem muß man Pflanzen nicht jagen.

      hirschn.deluxe schrieb:

      Ganz ehrlich, du scherst hier die halbe Bevölkerung Europas über einen Kamm. Behauptest, die Ideen zur Lösung von Problemen und Förderung der Gleichberechtigung wären die Ursache für was auch immer und relativierst nebenbei Rechtsradikalismus.
      Wie bereits gesagt: Gleichberechtigung wäre es, Männerparkplätze zu haben, da diese öfter Opfer von Gewalt werden.
      Frauenparkplätze sind das Gegenteil - sie nehmen diejenigen in Schutz, die mittlerweile ohnehin besser dran sind.

      Und relativieren tu ich nix - um zum Schluß zu kommen, dass Linksextremismus zur Zeit eine Riesenbedrohung ist, reicht es, sich mal die Anzahl politisch motivierter Straftaten anzuschauen.
      Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!
    • Hallo Venom, Dein Beitrag ist wirklich interessant. Gefällt mir. Interessant ist auch, wie viele ihn verstehen und nicht verstehen. Es ist auch interessant, wie sich sich so ein doch unbedeutendes Thema auf einmal zu einem Politikum aufbauscht. Widerspiegelt sich da nicht der Frust und die Politikverdrossenheit in diesem Land, sowohl von den Befürwortern und den Gegnern der Frauenparkplätze? War dieses Thema nicht einfach der Auslöser, der Unzufriedenheit mal Luft zu machen? Ich denke, wäre die Grundfrage eine andere gewesen, wäre die Diskussion mit Sicherheit ausgeartet. Doch das ist der falsche Platz hier. Hier geht es um Technik und unsere Fahrzeuge, welche hoffentlich noch lange auf deutschen Straße fahren dürfen, sofern den Schwachmaten in Politik und Regierung nicht wieder irgendwas neues einfällt, die Autofahrer erneut abzuzocken und übern Tisch zu ziehen und animieren wollen, neue (technisch unausgereifte) Autos zu kaufen. Toll eingefädelt, Herr Scheuer. Wieviel fällt für Sie dabei ab?
      Mehr Luxus braucht kein Mensch ^^
    • Dieser verdammte Humanismus. Also das was die Menschen von den Tieren unterscheidet.
      Der kann schon teuflisch sein, wenn man „oben“ ist.
      Wenn man eh alles hat (sogar einen Mercedes!), soll man – scheiß Humanismus aber auch – auch noch den „Schwächeren“ helfen? Wo kommen wir denn da hin?


      Nein, Evolution ist schon suppper. Wenn man „oben“ ist. Die Natur richtets und die Natur wird’s immer richten. Zumindest bei den Tieren sicher. „Oben“ für den weißen westlichen Mann- also das aktuell mächtigste Tier der Welt, „unten“ für alle anderen. Ist das Natur? Oder doch künstlich? Oder auch ein wenig Zufall?

      Oder sollten wir nicht ein wenig an Kant denken?
      Und uns weiter entwickeln?


      Spätestens dann, wenn das mächtigste Tier der Welt wieder mal „unten“ ankommt, schreit es wieder um Humansimus: „H I L F E ! ! !“

      Und wird wieder zum Menschen.
    • Ich habe mal einen Satz gehört den ich gut finde.

      "Eine Gesellschaft ist nur so gut wie sie sich um die Schwächsten kümmert."

      Frauen sind nun mal meist die schwächeren und es gibt genug Zwischenfälle.
      Für schwächere Männer die offiziell Anerkannt sind per Behindertenausweis gibt es ja auch die Behindertenparkplätze welche mit dem Ausweis für alle Verwendbar sind.

      Ja wir sind eine Gesellschaft, ja wir haben den Kapitalismus.
      Wenn wie im Kommunismus propagiert die Grillhähnchen nach Hause geflogen kommen, wieso soll ich dann noch arbeiten gehen?
      Projekte für 2018
      1. M103 Motor in T einbauen
      2. Kombi Upgrade endlich fertig stellen
    • hirschn.deluxe schrieb:

      Echt abenteuerlich, was man hier lesen kann.
      Das sehe ich genau so.

      Ich möchte auch nicht auf alles eingehen, manche Ansichten sind mir einfach zu flach oder zu krass aus der rechten Ecke.

      Vielleicht ist wirklich so das sowas allgemein nicht in ein Autoforum "gehört", welches Publikum aus welchem sozialen und kulturellem Hintergrund sich hier größtenteils umtreibt wird in erschreckender Weise sichtbar.

      Das Handwerk ist eben primitiv, autoritär, konservativ und tendenziell rechts.
      Kein Wunder das sich junge Menschen sich in einer aufgeklärten, pluralistischen und modernen Gesellschaft damit nicht mehr identifizieren wollen.

      venom schrieb:

      So muß nicht jeder alles können, und Handel stärkt bekanntlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
      Das hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern ist eine pragmatisch Arbeitsteilung bzw. Spezialisierung, eine Grundlage des Zusammenlebens.

      venom schrieb:

      Der mit dem besten Produkt macht auch am meisten Schotter
      Die Zeiten sind vorbei.
      Im Kapitalismus 4.0 gibt es keine echte Konkurrenz und alles ist einzig allein auf die Erzeugung von neuem Umsatz determiniert.

      Der Kapitalismus ist eine Sackgasse, wir brauchen ein anderes System.

      mallnoch schrieb:

      Wenn wie im Kommunismus propagiert die Grillhähnchen nach Hause geflogen kommen, wieso soll ich dann noch arbeiten gehen?
      Vielleicht aus Idealismus, weil du in deiner Arbeit einen Sinn siehst.
    • Midnightstar schrieb:

      Ich möchte auch nicht auf alles eingehen, manche Ansichten sind mir einfach zu flach oder zu krass aus der rechten Ecke.
      Fänd ich aber interessant, immerhin hab ich mir ja auch die Mühe gegeben klarzustellen, welche Probleme aus der linken Ecke mich beschäftigen. Nur durch offenen Dialog kann man Probleme lösen.
      Nicht aber durch Pauschalisierungen wie:

      Midnightstar schrieb:

      welches Publikum aus welchem sozialen und kulturellem Hintergrund sich hier größtenteils umtreibt wird in erschreckender Weise sichtbar.
      und

      Midnightstar schrieb:

      Das Handwerk ist eben primitiv, autoritär, konservativ und tendenziell rechts.
      Bitte erklären, welches "Publikum" sich "erschreckenderweise" hier "umtreibt".
      Diese Aussage halte ich für viel erschreckender, denn für mich zählt auf Diskussionsplattformen in erster Linie das Individuum und nicht deren "sozialer oder kultureller Hintergrund".

      "Konservativ" und "tendenziell rechts" sind in erster Linie keine schlimmen Begriffe - wie du sicherlich weißt, bedeutet "konservativ" nur das Leben nach Werten, die allgegenwärtig sind und sich nicht verändern - und "rechts" ist nichts anderes, als an berechtigte Hierarchiestrukturen in der Gesellschaft zu glauben. Daß das grundsätzlich auf Handwerker zutrifft, wag ich stark zu bezweifeln.
      Von den Vorwürfen der Primivität und der Neigung zur Autorität fange ich mal gar nicht erst an.
      Wie hieß es noch gleich:

      hirschn.deluxe schrieb:

      Ganz ehrlich, du scherst hier die halbe Bevölkerung Europas über einen Kamm.
      :)

      Wie dem auch sei;

      Midnightstar schrieb:

      Das hat nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern ist eine pragmatisch Arbeitsteilung bzw. Spezialisierung, eine Grundlage des Zusammenlebens.
      Freier Handel ist per Definition Kapitalismus.

      Midnightstar schrieb:

      Der Kapitalismus ist eine Sackgasse, wir brauchen ein anderes System.
      Uff. Hast du kürzlich Marx gelesen?
      Ich würde gerne dazu mal Leute aus Kuba, China, Vietnam, Nordkorea, Rußland, Polen, Jugoslawien und kürzlich auch Venezuela befragen, ob für sie "der Kapitalismus eine Sackgasse ist"?

      mallnoch schrieb:

      Wenn wie im Kommunismus propagiert die Grillhähnchen nach Hause geflogen kommen, wieso soll ich dann noch arbeiten gehen?
      Guter Einwand.
      Kurz und knapp, weil man nach Zufriedenstellung der eigenen Gründbedürfnisse das Verlangen hat, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, und dies ein ziemlich zuverlässiger Weg ist, nicht im Nihilismus zu versinken.
      Leider gab es nie einen sozialistischen Staat, der die Gründbedürfnisse der Bürger längerfristig decken konnte.

      Dazu fällt mir spontan eine Stelle aus dem Buch "Die Brüder Karamasov" von Dostoyevsky ein. Der älteste Bruder Dmitri ist seinen anderen Brüdern intellektuell haushoch überlegen, und beschließt, ab dem Alter von 30 ein zügelloses Leben voller Spaß und Gaudi zu leben, da ihm nichts mehr teuer ist. Der jüngste Bruder Iwan ist ein Novize der orthodoxen Kirche. Sein älterer Bruder verschmäht ihn noch durch eine eigens verfaßte Legende namens "Der große Inquisitor".
      Die Pointe des Verhältnisses zwischen den beiden läuft darauf hinaus, daß Dmitri trotz seines hohen Intellekts in der Gesellschaft nicht besser funktioniert. Eine unbegrenzte Freiheit wirkt auf Menschen wie eine erdrückende Last, und laut Dostoyevsky befreit die christliche kulturelle Prägung uns von dieser Last, indem sie dem Individuum weiterhin abverlangt, ein produktiver, ehrlicher und tüchtiger Mensch für die eigene Gesellschaft zu sein.

      Leider scheint dieser Imperativ allmählich als Reaktion auf den Dreißigjährigen Krieg 1618, über Philosophen wie Kant und letztendlich Nietzsche, spätestens zum Ende des 19. Jahrhunderts verloren gegangen zu sein.
      Was in einer gottlosen Welt passiert, hat man dann sehr gut am 20. Jahrhundert gesehen - ist aber ein anderes Thema.

      190E 2.5-17 schrieb:

      Politisches Thema und Autoforum funktioniert nicht...hab ich jetzt schon mehr als einmal erlebt.
      Per se habe ich dagegen nichts einzuwenden, und glaube auch, daß das Potential dafür vorhanden ist.
      Wir sind, so glaube ich, allesamt nicht auf den Kopf gefallen, auch wenn die Meinungen teils auseinander gehen.
      Meinungsverschiedenheiten sind an sich eine tolle Sache, denn nur so können sich Menschen gegenseitig mit den wahrgenommenen Problemen befassen.
      Die unerläßlichen Voraussetzungen sind allerdings gegenseitiges Verständnis und Dialogbereitschaft.
      Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von venom ()

    • herrlich hier... langsam wird's interessanter.

      venom schrieb:

      Leider scheint dieser Imperativ allmählich als Reaktion auf den Dreißigjährigen Krieg 1618, über Philosophen wie Kant und letztendlich Nietzsche, spätestens zum Ende des 19. Jahrhunderts verloren gegangen zu sein.
      ich weiß nicht, ob ich dich da richtig verstehe und bin mir daher auch nicht wirklich sicher, ob mein Kommentar hier passt.
      Aber Nietzsche hat im Grunde nur sehr scharfsinnig analysiert was läuft. Und wenn ich Nietzsche interpretiere, komme ich zu dem Schluss, dass er den Kapitalismus als eine der vielen Ursachen des Nihilismus erkannt hat (ob er ihn je beim Namen nannte - keine Ahnung). Jedenfalls hat er die umgreifende Sinnlosigkeit durch (unter Anderem) kapitalismusbedingte Strukturzerstörung aller Art zu seiner Zeit erkannt, nicht aber heraufbeschworen oder gar mit erschaffen.
      Aber natürlich ist es nicht unbedingt für jeden gesund, Nietzsche zu lesen. Ich find seine Werke klasse, kann aber jeden verstehen, der da Distanz wahrt.

      venom schrieb:

      Ich würde gerne dazu mal Leute aus Kuba, China, Vietnam, Nordkorea, Rußland, Polen, Jugoslawien und kürzlich auch Venezuela befragen, ob für sie "der Kapitalismus eine Sackgasse ist"?
      Wenn du das tun würdest, welches Gewicht hätten die Antworten für dich? Und warum bringst du Kapitalismus gleich mit Kommunismus und / oder Sozialismus in Verbindung? Frei nach dem Motto: das Gegenteil von "Hund" ist "Katze"?
      Nur weil ich im Kapitalismus Vorteile habe, werde ich diesen niemals deshalb an sich gut finden. Und wenn ich im untergehenden Sozialismus mir den Kapitalismus herbeisehnen würde, damits mir endlich besser geht - wäre das ein Befürworten des Kapitalismus?

      Ich würde keins der Systeme verteufeln, nur weils nicht funktioniert hat. Der Kapitalismus wird das todsicher auch noch beweisen, dauert hald systembedingt möglicherweise noch 50-200 Jahre.
      Ich denke auch nicht, dass man den Kapitalismus mitsamt all seinen Elementen verwerfen muss, man müsste ihn nur deftig modifizieren und entschärfen. Letztlich stellt sich doch überall die Frage des Machtmissbrauchs und hier hat der Kapitalismus die schöne (oder auch hässliche) Eigenschaft, dass die Macht zunächst subjektlos ist. Man kann nicht so leicht hergehen und draufzeigen: "da sitzt der Oberkapitalist und der tut böse sein tun!" Wenn sich Macht vorwiegend in zunächst nicht oberflächlichen Strukturen verbirgt, hat sie nur eine weit höhere Akzeptanz als wenn da jemand sitzt, der Menschen direkt unterdrückt. Ich halte das für eine der gefährlichsten Eigenschaften des Kapitalismus: er ist durchzogen von Entkoppelungsmechanismen aller Art.

      venom schrieb:

      Freier Handel ist per Definition Kapitalismus.
      Es gibt vielleicht keinen frei florierenden Kapitalismus ohne Freihandel. Aber der Freihandel ist lediglich das Vehikel, mit dem der Kapitalismus sich global verbreitet, Kapitalismus ist auch in räumlich begrenzten Bereichen denkbar, drängt aber generell zur Expansion. Fairer und freier gewöhnlicher Handel - egal welcher Größenordnung - hat mit Kapitalismus erstmal nichts zu tun und wäre auch ohne diesen möglich.
      Zum Kapitalismus gehört Vieles... Freihandel, Technisierung, Bürokratisierung, Abstraktion und Entkoppelungen aller Art, Krieg, Arbeitsteilung, Kapital statt Geld, Effektivität und in den Zentren ganz stark auch Effizienz, usw. aber die einzelnen Phänomene können auch ohne Kapitalismus auftreten.
      Irgendwer sagte: "Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen." Und Zygmunt Baumann schrieb: "Der moderne Krieg ist die Fortsetzung des Freihandels mit anderen Mitteln."
      Ist leider viel Wahres dran. Kapitalismus tut dir gut, solange du nicht in der Peripherie steckst.

      Grüßle Jo
    • zurück zu den Rechten der Frauen....wenn man so überlegt durfen Frauen erst im Jahre 1919 wählen

      dann hier was bei Google

      Fast vergessen ist heute, dass in der jungen Bundesrepublik Deutschland bis 1958 ein Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau kündigen konnte.In Baden-Württemberg mussten Lehrerinnen noch bis 1956 durch ein Lehrerinnenzölibat-Gesetz aus dem Staatsdienst ausscheiden, wenn sie heirateten. Erst mit dem Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 3. Mai 1957 verabschiedet wurde und am 1. Juli 1958 in Kraft trat, hatte der Mann nicht mehr das Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten, und die Zugewinngemeinschaft wurde zum gesetzlichen Güterstand. Bis dahin verwaltete der Mann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen und verfügte allein über die daraus erwachsenen Zinsen und auch über das Geld aus einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau. In diesem Gesetz von 1958 (zum Grundgesetz Art. 3) wurden auch zum ersten Mal die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung eingeschränkt und erst 1979 vollständig beseitigt. 1976 strich eine grundlegende Neuregelung des Ehe- und Familienrechts eine gesetzliche Aufgabenteilung in der Ehe. Ein auch seit 1900 existierendes Kranzgeld strich der DDR-Gesetzgeber 1957, was gesamtdeutsch erst 1998 realisiert wurde.Ab den 1980er-Jahren wurde von Feministen weltweit immer wieder kritisiert, dass die Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vielfach ungenügend sei und Menschenrechtsverletzungen an Frauen aus den verschiedensten Gründen nicht zur Kenntnis genommen oder vernachlässigt würden


      und dann beschwert sich jmd über Frauenparkplätze? :D

      Gruß Jürgen
      Dieser Beitrag wurde bereits 204 mal editiert, zuletzt von »Katzenjammerkid°
    • Bei so Antworten macht der Gedankenaustausch schon eher Spaß. :D

      Gullideggl schrieb:

      ich weiß nicht, ob ich dich da richtig verstehe und bin mir daher auch nicht wirklich sicher, ob mein Kommentar hier passt.
      Aber Nietzsche hat im Grunde nur sehr scharfsinnig analysiert was läuft. Und wenn ich Nietzsche interpretiere, komme ich zu dem Schluss, dass er den Kapitalismus als eine der vielen Ursachen des Nihilismus erkannt hat (ob er ihn je beim Namen nannte - keine Ahnung). Jedenfalls hat er die umgreifende Sinnlosigkeit durch (unter Anderem) kapitalismusbedingte Strukturzerstörung aller Art zu seiner Zeit erkannt, nicht aber heraufbeschworen oder gar mit erschaffen.
      Aber natürlich ist es nicht unbedingt für jeden gesund, Nietzsche zu lesen. Ich find seine Werke klasse, kann aber jeden verstehen, der da Distanz wahrt.
      Interessanter und wichtiger Einwand.
      Ich nannte Nietzsche in meinem Kontext lediglich als eine Kernfigur, die die offizielle Ankunft des gottlosen Zeitalters eingeläutet hat, aber seine Anmerkung zum Kapitalismus trifft zu.
      Die heftige Industrialisierung, der Städteausbau, die Massenmigration, der Beginn der Kolonialisierung und die enorme Größe der kaufkraftlosen Arbeiterschicht, die gegen Ende des 19. Jahrhundert in Europa und Nordamerika das Gesellschaftsbild prägten, ließen viele Leute in blinden Konsum flüchten, was unverweigerlich in Nihilismus endete.
      Lektüren dieser Epoche, etwa von Twain, Dreiser und Dickens, die naturalistisch, realistisch, stark faktenbasiert und teilweise darwinistisch geprägt sind, bestätigen den Eindruck.

      Gullideggl schrieb:

      Wenn du das tun würdest, welches Gewicht hätten die Antworten für dich? Und warum bringst du Kapitalismus gleich mit Kommunismus und / oder Sozialismus in Verbindung? Frei nach dem Motto: das Gegenteil von "Hund" ist "Katze"?
      Nur weil ich im Kapitalismus Vorteile habe, werde ich diesen niemals deshalb an sich gut finden. Und wenn ich im untergehenden Sozialismus mir den Kapitalismus herbeisehnen würde, damits mir endlich besser geht - wäre das ein Befürworten des Kapitalismus?
      In unserer Zeit sind Sozialismus, also totale Verstaatlichung, und Kapitalismus, also totale Verwirtschaftlichung, die beiden Extrema. Der komplexe (leicht zum Kapitalismus neigende) Mischmasch der beiden, in welchem wir leben, ist in einigen Teilbereichen zwar ein instabiles Konstrukt, allerdings nach heutigem Kenntnisstand die optimale Mischung, ausgegangen von der größtmöglichen Anzahl der davon lebensfähigen Menschen als Maßstab.
      Mir geht es daher etwas gegen den Strich, wenn rumposaunt wird, der Kapitalismus seie ein fehlerhaftes Prinzip und müsse deshalb abgeschafft werden. Klingt nämlich eher nach Polemik. Die Mängel des kapitalistischen Systems sind völlig offensichtlich - kein Weiser hat je etwas anderes behauptet.
      Als unperfektes Wesen wird der Mensch als Kollektiv allerdings nie in der Lage sein, eine perfekte Gesellschaftsform zu errichten. Utopieverherrlichenden Ideologien ist somit höchste Skepsis entgegenzubringen, zumal ausnahmslos alle Staaten, die sich einer solchen bedient haben, damit komplett gegen die Wand gefahren sind. Dazu zählen auch die UdSSR mit dem Sozialismus, und das Deutsche Reich mit dem nationalen Sozialismus.

      Die Unzufriedenheit mit dem System trotz eigener Vorteile ist zumindest menschlich nachvollziehbar. Schlummert bei dir etwa die Hoffnung bzw. das Bestreben, doch irgendwann ein "besseres" System entwickeln zu können? Oder liegt das eigene Augenmerk allzu sehr auf den Benachteiligten, um sich an den persönlichen Benefits zu delektieren?

      Gullideggl schrieb:

      Ich würde keins der Systeme verteufeln, nur weils nicht funktioniert hat. Der Kapitalismus wird das todsicher auch noch beweisen, dauert hald systembedingt möglicherweise noch 50-200 Jahre.
      Das schließe ich keineswegs aus - in der heutigen Zeit allerdings ein Zank um Kaisers Bart. Denn um ein potentielles "neues System" zu entwickeln, ist die Zukunft des Staatenwesens per se für uns Europäer meines Ermessens nach zu ungewiß.

      Gullideggl schrieb:

      Ich denke auch nicht, dass man den Kapitalismus mitsamt all seinen Elementen verwerfen muss, man müsste ihn nur deftig modifizieren und entschärfen. Letztlich stellt sich doch überall die Frage des Machtmissbrauchs und hier hat der Kapitalismus die schöne (oder auch hässliche) Eigenschaft, dass die Macht zunächst subjektlos ist. Man kann nicht so leicht hergehen und draufzeigen: "da sitzt der Oberkapitalist und der tut böse sein tun!" Wenn sich Macht vorwiegend in zunächst nicht oberflächlichen Strukturen verbirgt, hat sie nur eine weit höhere Akzeptanz als wenn da jemand sitzt, der Menschen direkt unterdrückt. Ich halte das für eine der gefährlichsten Eigenschaften des Kapitalismus: er ist durchzogen von Entkoppelungsmechanismen aller Art.
      Verständlicher Einwand, und auch ein gutes Beispiel dafür, warum purer, reinrassiger Kapitalismus ähnlich destruktiv und oppressiv wäre wie eine politische Despotie - nur eben mit dem Unterschied, daß sich der Mächtige durch die Hintertür hineinschleicht. Eine solche Form des Kapitalismus ist für uns glücklicherweise ohnehin undenkbar, da Staatsgebilde wie Parlamente und Regierungen (oder auf ganz kleiner Ebene auch Bürgermeister und Stadträte) schlichtweg nicht existent wären. Dann wären wir wieder mit John Smith im frisch gegründeten Jamestown. :D
      Nennenswert wäre wohl der allseits bekannte Lobbyismus als eine praxisnahe Instanz von Machtmißbrauch im kapitalistischen System.
      Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!
    • Wer hat Lust und Interesse, vor den nächsten Bundestagswahlen eine neue Partei zu gründen? Wenn man den einen oder anderen Kommentar liest, erweckt es den Eindruck, dass doch einige belesene und kluge Köpfe gar fundierte und realistische Meinungen und Ansichten kundtun. Ich meine nicht die Kommentare, die mit dem Finger auf einen zeigen und schnell in eine rechte oder linke Ecke katapultieren. Nein, ich meine die Kommentatoren, die mit dem Wissen der Geschichte, den politischen Systemen und einer überaus guten Allgemeinbildung punkten, den anderen ihre Meinung lassen und auch akzeptieren, und durchaus aus Deutschland wieder ein lebenswertes und gerechtes Land machen könnten.
      Doch wie sagte Martin Luther King: I have a dream! Dann träumen wir mal weiter und befassen uns doch lieber wieder mit unseren Fahrzeugen und der Technik und lenken uns damit ein wenig ab, anstatt der Realität ins Auge zu sehen.
      Mehr Luxus braucht kein Mensch ^^
    • venom schrieb:

      Konservativ" und "tendenziell rechts" sind in erster Linie keine schlimmen Begriffe - wie du sicherlich weißt, bedeutet "konservativ" nur das Leben nach Werten, die allgegenwärtig sind und sich nicht verändern - und "rechts" ist nichts anderes, als an berechtigte Hierarchiestrukturen in der Gesellschaft zu glauben.
      Auf der rein theoretischen Ebene gebe ich dir recht, in der Praxis bedeutet das aber an bestehenden sozialen Hierarchien und Machtstrukturen festzuhalten also ein Standeswesen des "Establishments" aufrechtzuhalten das Menschen Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Freiheit verweigert und unterdrückt.

      Was das in diesen hässlichen Zeiten des Marktliberalismus bedeutet, sieht man beispielsweise am zweiten Arbeitsmarkt, Leiharbeit und Hatz IV.

      venom schrieb:

      Freier Handel ist per Definition Kapitalismus.
      Kapitalismus hat an sich erstmal nichts mit freiem Handel zu tun sondern ist nur Handel zwecks Gewinnerbringung.
      Der entfesselte unbegrenzte und dank moderner Technologien globale Handel sollte man eher als Marktliberalismus sehen.
      Auf dem globalen Markt bleiben Menschenrechte und Humanismus auf der Strecke, dank unterschiedlicher globaler Standards.
      Wir werden dabei auch schon mittelfristig nicht zu den Gewinnern gehören.

      venom schrieb:

      Ich würde gerne dazu mal Leute aus Kuba, China, Vietnam, Nordkorea, Rußland, Polen, Jugoslawien und kürzlich auch Venezuela befragen, ob für sie "der Kapitalismus eine Sackgasse ist"?
      Für uns alle ist der Kapitalismus eine Sackgasse.
      Es kann nicht funktionieren in einer Welt mit begrenzten Rohstoffen auf grenzenloses Wachstum zu setzen.
      Die Folgen zeichnen sich schon heute ab, vorhergesehen wurden sie schon vor Jahrhunderten.
      Das reicht von Überbevölkerung über Klimawandel bis zur Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen, alles hängt mit allem zusammen.

      Das der Kapitalismus für den Bürger einer modernen Industrienation im Schnitt ein hohes Maß an Wohlstand und Komfort ermöglicht hat, möchte ich nicht abstreiten.
      Für viele andere Menschen ist es im Gegenzug die Hölle auf Erden.

      Wir können nicht ohne Weiteres zurück, dafür gibt es jetzt zu viele Menschen die auf dieses System angewiesen sind.
      Alles hat sich auf diesem System aufgebaut, jeder Mensch hängt mit seinen Ansprüchen - und seien es die Grundbedürfnisse - daran.
      Das ist es was ich mit Sackgasse meinte.

      Wir hätten diese Entwicklung, den Verbrauch der globalen Ressourcen und die Zerstörung der Natur meiden oder verzögern müssen.
      Das wurde durch Misswirtschaft und ständiges Streben nach Wachstum versäumt.
      Insbesondere in den letzten 30 Jahren.

      Kapitalismus bedeutet für den Einzelnen eher Fremdbestimmung statt Freiheit.

      venom schrieb:

      ein ziemlich zuverlässiger Weg ist, nicht im Nihilismus zu versinken.
      das wäre der Humanismus auch.

      Nebenbei gesagt ist der Kapitalismus kein philosophischer Gedanke.

      venom schrieb:

      Leider gab es nie einen sozialistischen Staat, der die Gründbedürfnisse der Bürger längerfristig decken konnte.
      Völlig falsch.
      Die rein physischen Grundbedürfnisse waren im Gegensatz zum Kapitalismus bei annähernd allen Bürgern gedeckt.

      venom schrieb:

      Eine unbegrenzte Freiheit wirkt auf Menschen wie eine erdrückende Last,
      Ist das deine eigene Aussage bzw. dein eigener Gedanke?

      Ich schreibe besser nicht was ich darüber denke.

      Gullideggl schrieb:

      ist auch in räumlich begrenzten Bereichen denkbar, drängt aber generell zur Expansion.
      Sehe ich auch so.

      Gullideggl schrieb:

      Der Kapitalismus wird das todsicher auch noch beweisen, dauert hald systembedingt möglicherweise noch 50-200 Jahre.
      Die Frage ist nur mit welchen Folgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Midnightstar ()

    • venom schrieb:

      "rechts" ist nichts anderes, als an berechtigte Hierarchiestrukturen in der Gesellschaft zu glauben.
      Wer beim Gedanken daran kein Ungerechtigkeitsgefühl empfindet sollte vielleicht mal darüber nachdenken aus welcher Perspektive er das betrachtet.
      Das ist auch insbesondere deswegen Asozial, weil einige wenige viele knechten und unterjochen.
      Willkommen im Mittelalter - da sieht man wieder das es keinen Fortschritt, keine echte Weiterentwicklung gibt.
      Das Menschen sich neuer Spielzeuge bedienen, das eine Reise von a nach b heute in einer Stunde statt früher einem Tag möglich ist, ist die Weiterentwicklung von Technologie, aber kein menschlicher Fortschritt.

      Wenn sich die Menschen je aus ihrer Natur weiterentwickelt haben sollten, dann im humanistischen Ideal bzw. im Humanismus.
      Aber der ist ja offenbar wieder Rückläufig.
    • Hi,
      um mal wieder zum Thema zu kommen,
      Frauenparkplätze sind nur die Spitze des Eisbergs.
      In der Firma braucht man das richtige Geschlecht um vorran zu kommen.
      Ist man verheiratet und es geht nicht nach Ihrem Kopf...
      Bei einer Scheidung kann man "Konkurs anmelden".... (Scheidungsrate 70%) ...
      Vor Gericht hat man ganz schlechte Karten..... als Autofahrer sowieso......
      In den neuen Medien ist der Shitstorm vorprogramiert, wenn es gegen eine Frau geht....
      Und da reden man noch von Diskriminierung -> Käse :)
      Außnahmen bestätigen die Regel!
      Gruß
      R
    • Hallo Raggna,

      bin zwar nicht direkt betroffen, Gott sei Dank, da ich weder verheiratet bin noch ein weibl. Geschlecht an meiner Seite habe, aber ich kenne die Themen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Manche könnten sich gleich einen Strick nehmen. Keine Chance, nur einen Funken Gerechtigkeit zu erfahren. Soviel zum Rechtsstaat. Mit tun die Kerls leid, echt wahr.
      Mehr Luxus braucht kein Mensch ^^
    • Hi,
      ja Kerle und Scheidung, da sieht man echt alt aus.
      Live erlebt bei einem Kollegen bei Daimler, zwei Kinder und Haus gekauft.
      Das arme Schwein mußte mit 700€ im Monat auskommen, in Stuttgart mit kl. Mietwohnung, hat das Haus weiter abbezahlt und Madame ist nicht arbeiten gegangen; - nicht zumutbar.....
      Von den Abzügen bei der Rente will ich gar nicht anfangen....
      Oder noch heftiger bei meinem Bruder.
      Ok, ein leptosomer Physiker und handweklich mit zwei linken Händen... der hat sich von einer Krankenschwester einfangen lassen.
      (Völlig unverständlich für mich, wie man so etwas schwängern konnte, das muß die Sache mit dem Samenraub sein, - so schön kann man sich das nicht trinken)
      Jetzt trägt er ein Ring in der Nase und wenn er nicht spurt, gibt's a' Wartschen.
      Als Madame das mal bei mir versucht hat, habe ich das im Keim erstikt :) , - Kontakt abgebrochen.
      Jetzt bin ich der Böse, aber ehrlich gesagt kann Sie mich am Ar.. lec... ich brauch die Hexe nicht!
      Der Blödmann glaubt auch er sei der Vater von Tochter Nr.2, obwohl er zum Zeitpunkt der Zeugung im Ausland war +2Monate, drum war sie ein Frühchen.... :)
      usw...
      Gruß
      R
    • ... ich wohne in Berlin: da ist das Thema eher: Warum ist das dritte Geschlecht nicht erwähnt (Transgender etc.) bei der Parkplatzvergabe und was ist mit den Männern, die sich aber als Frau fühlen? Dürfen die auch Frauenparkplätze benutzen? Ist das nicht diskriminierend, bloss weil man äusserlich ein Mann ist aber sich als Frau fühlt, dass man dann den Frauenparkplatz nicht benutzen darf?.... Tja... wir haben eben Probleme in der Hauptstadt, da kommt kaum einer nach ;-)))))
    • Während Mama Merkel uns ärgert und Lobbyisten mit Zuwendungen Politik machen etc., üben wir uns in Diskussionen, ob wir Frauenquoten brauchen oder sonstwas.
      Wenn SIE es besser drauf hat als ER,
      dann soll SIE den Chefsessel haben. Fertig!
      Und wenn es meint, es bräuchte einen eigenen Parkplatz oder eine dritte Toilettentür und findet damit auch noch Unterstützung, dann muss ich mich Raggna anschliessen:
      Weeeeeeicheier!
      Dem wäre meinerseits erstmal nichts hinzuzufügen.
      :fresse: