Motorenvielfalt - derzeitiges Angebot

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    • Motorenvielfalt - derzeitiges Angebot

      Hallo!

      Als ich im Verlauf des Jahres die Verkaufsplattformen nach einem W201 absuchte, fand ich hauptsächlich 2.0er Benziner, silbern lackiert, mit einfachen Stoffsitzen, Automatikgetriebe und Schiebedach.

      Wenn man auf die Fertigungsstatistik schaut, ist das motorenseitig auch nicht verwunderlich.

      190e 118/122PS wurden 638180 Stück gebaut , gefolgt vom
      190d 72/75 PS mit 452806 Autos, gefolgt vom
      190e 2.3 132/136PS mit 186610 Fahrzeugen und
      190e 1.8 mit 173354 Einheiten usw.

      Wenn man den Bestand in Deutschland von 2019 heranzieht, so gibt es noch (Quelle KBA)

      190e 2.0 118/122PS 20053 Autos
      190e 1.8 15639 Stück
      190d 72/75PS 10137 Stück
      190e 2.3 132/136PS 3535 Fahrzeuge.

      Ich finde nicht nur die Veränderung in der Platzierung erstaunlich, sondern auch die Tatsache, wie stark (prozentual) im Verhältnis zu den hergestellten Einheiten, die Modelle 190d und 190e 2.3 abgenommen haben.
      Vielleicht ist der Blick auch nur zu einseitig (Deutschland), denn in den USA fand ich fast ausschließlich 190e 2.6 vor und kaum 190d, 190e 2.3 bzw. 190e 2.3-16, obwohl diese dort ebenfalls verkauft wurden.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten, Olli

      The post was edited 1 time, last by Olli Bornit ().

    • Hallo gazzel,

      das war mir nicht so bewußt. Wenn man so im Forum liest, ist der 2.3er doch eigentlich (gefühlt) die gesuchteste Maschine, während beim 1.8er mit Hohn und Spott nicht gespart wird.
      Ich gebe zu, daß ich mich bis kurz dem Kauf meines 190ers nur für 2.6er interessiert habe, nie bornit wollte, aber der Fahrzeugzustand den Ausschlag gab. Die Motorisierung wurde Nebensache.
      Irgendwann war ich es Leid, quer durch Deutschland zu fahren, um mir Sternenstaub anzusehen. Auf Fotos sehen sie alle gut aus...
    • Mahlzeit,
      1990 habe ich mein letzten Jahreswagen bestellt.
      (danach wollte des Staat am geldwerten Vorteil partizipieren und aus 70.000JW/Jahr wurden 15.000).
      Der war damals für die Oberste Heeresleitung meines alten Herrn.
      Als ich ihm die Rechnung gezeigt habe und da knapp 100.000DM standen, hat er Schnappatmung bekommen.
      Ok, eine Seite weiter waren die 21,5% MA Rabatt runter und dann gings wieder.
      (da war auch Alles drin was gut und teuer war; ASR, ASD, Klima, Leder, usw..)
      Der 2,6er war rel. zu den Mitbewerbern schweineteuer und darum kaum gefragt.
      Schaut mal was zu der Zeit ein BMW 325 gekostet hat, so gesehen wundert mich das nicht.
      Gruß
      R
    • Olli Bornit wrote:


      Wenn man so im Forum liest, ist der 2.3er doch eigentlich (gefühlt) die gesuchteste Maschine, während beim 1.8er mit Hohn und Spott nicht gespart wird.
      Hier im Forum tummeln sich doch zu 99% Gebrauchtwagenkäufer die die Fahrzeuge erworben haben als die Preise durch Wertverlust schon lange nivelliert waren. Da lässt es sich leicht reden. Motorischer und/oder Ausstattungs- Luxus ist halt in angestaubten Zustand nicht mehr teuer, war es aber bei Neuwagen.
      Der 1.8 war ab seinem Erscheinen das mit Abstand beliebteste Modell, weil er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hatte. Der 2.0 kostete 6.000 DM mehr als der 1.8, der 2.3 gar fast 10.000 Mark. Das war eine irre Menge Geld für ein paar PS.
      Bei den Dieseln sah es ähnlich aus - die 20 PS des grösseren 2.5er Motors mussten mit 6.000 DM bezahlt werden. Wer sich einen Diesel-Mercedes kaufte wollte damit sparen und dem standen bei den 2.5D und td die sehr hohen Kaufpreise im Weg.
      Für die 66.000 DM die mein 91er 2.6 gekostet hat, (und der hatte weder Metalliclack noch Klimaanlage noch Lederausstattung...) hätte es ganz andere Autos gegeben, beim 190er bekam man eher wenig Auto fürs Geld.
      Wie (über-) teuer(t) das war zeigt nicht nur die Konkurrenz sondern ebenso eindrucksvoll der Nachfolger: Neun Jahre später gab es für dasselbe Geld einen C280 der nicht nur erheblich bessere Fahrleistungen bot sondern auch noch wesentlich besser ausgestattet war (Klimaanlage Serie).
    • Ich bin auch der Meinung dass der 2,3er der Motor der Wahl ist. In Verbindung mit Automatik macht das schon wahrlich Freude. Eine Rakete ist der aber natürlich auch nicht :D

      Und das mit der verringerten Haltbarkeit kann ich mir nur schwer vorstellen: Meiner hat bei 250tkm noch den vollen Hohnschliff und läuft prächtig :D
      190D 2.0 Nelkengrün Metallic
      190E 2.3 Rauchsilber Metallic
    • also,
      von der Kurzlebigkeit eines 2.3 Motors hab ich im Leben noch nichts gehört,
      aus welcher Ammenkiste kommen denn die Schauermärchen??

      Tatsache ist, das der 2.3 sauber aus dem Hubraum zieht und das nicht zu knapp.
      Das merkt man z.b. besonders auf der Autobahn an langen Steigungen...

      Hab den 1.8 selber lange als Buchhalter gehabt, mizt dem kriegt man Magengeschwüre...
      Gruß Menthos

      Originaler
      DB W201 190 E 2.3 , 100 KW, (KE) Automatik, 1993
      VW Golf 2 GL 1.6 , 51 KW , 2EE-Vergaser, G-Kat, , PN, Automatik, 1991
      VW Passat CL 1.8, 66 KW-ADZ, Schalter, 1995-Facelift
    • Menthos wrote:

      von der Kurzlebigkeit eines 2.3 Motors hab ich im Leben noch nichts gehört,
      Ich auch nicht:

      Zugunsten eines 6 Zylinders habe ich meinen 2,3er Motor mit 255TKm verkauft. Der läuft immer noch im mitlerweile 3. Auto und hat (Stand 2019) über 400TKm gelaufen. Ungöffnet, quasi jungfreulich.


      Menthos wrote:

      Tatsache ist, das der 2.3 sauber aus dem Hubraum zieht und das nicht zu knapp.
      Das merkt man z.b. besonders auf der Autobahn an langen Steigungen...
      So isses. Hohe Drehzahlen kann er, braucht man aber nicht.

      Gruß micha
    • Also ich hab mal nenn 2.3er zerrissen mit 340.000 km auf der Uhr.
      Es hiess Motorschaden bla,bla..., ich bin immer neugierig, also los. :whistling:

      Ich staunte etwas, denn alle Lagerschalen wie neu, der Zylinderschliff wie neu, Kolbenringe top, Kette top, eigentlich alles noch absolut gut für weitere 340 tkm.
      Alle Dichtungen waren leicht am Schwitzen und natürlich die Schaftdichtungen müde, aber was Solls, alles easy reparabel.

      Hinterher hat sich raus gestellt, das der einzige nennenswerte Defekt, die eingelaufene Nockenwelle auf 2 Zylinder war. ( natürlich auch die entsprechenden Kipphebel )

      Drum hab ich mir nicht nur den den Kopf aufbewahrt, denn wer weiss. :D

      Ansonsten kann ich vom 2.3er nur gutes berichten, zieht alles hinter sich her, läuft flott, ist mit 8,5-9 L relativ sparsam ( Trotz Automat ) und zuverlässig wie ein Käfer.
      Bin mal gespant was so ein 2.3er mit Schaltung und 2.64er Diff so reisst, wenn die Ratte mal fertig ist.
      Immerhin hat das Gutzeli auch schon 235 tkm runter, aber halt etwas instand gesetzt, aber Kopf noch OE und somit unangetastet. ;)
      Darf ja stinken. :D

      Auf dem Bild hab ich einen 2.0er zerrissen, mit viel Liebe. :D
      Also der war innen wesentlich aufgeriebener und das nur mit 200 tkm, aber Nockenwelle und Kipphebel wie neu.
      Perfekt. 8)
      Images
      • 20200205_181131.jpg

        1.69 MB, 1,440×1,920, viewed 7 times
      Greets Gunna :yo

      Mein Ruedi ist wie ein Käfer, seit 2011 läuft er schon bei mir, und er läuft und läuft und läuft....
    • Kommt immer darauf an was man haben will/wollte und dafür zahlen möchte, denke ich.
      Mein SL 500 hat mal 189.500DM gekostet (153.000 DM ohne Extras) ein irrer Preis damals, den ich niemals zu zahlen bereit gewesen wäre.
      Der 2,5 Turbodiesel Automatik 56.000 DM (49.600 DM ohne Extras), der 2,0 Diesel Automatik war mit 37.600 DM der günstigste.

      Der 1,8er ohne Extras 36.000 DM, weil konsequent alles weg gelassen wurde was man nicht unbedingt braucht, einen Audi 80 gab es damals schon für 20.000 DM.
      MwSt. war damals nur 14% :S

      Wer wissen möchte was sein "Schätzgen" mal gekostet hat als er neu vom Band lief, kann hier nach schauen:

      meinbenz.de/preislisten/sonstiges.htm

      Die MB-Motoren sind alle recht robust und langlebig, kommt aber oft auf die Einsatzbedingungen und die Wartung und Pflege an, "Montagsmotoren" gab es leider auch in allen Modellen.
      Mein 1,8er (260.000 Km auf der Uhr) bekam ich geschenkt, gekauft hätte ich ihn mir nicht, aber was soll`s, er fährt mich trocken und warm von A nach B und mehr erwarte ich von ihm auch nicht. Der Motor läuft schön ruhig und hält so lange wie er hält, dann kommt ein Reservemotor zum Einsatz.

      Die Cosworth-Motoren in den 16V-Modellen und im EVO sind was anderes.

      Wenn ich Spaß haben mag nehme ich den 350 PS V8, ohne Abregelung bei 250 kmh :D
      Wenn ich ordentlich was einladen/ziehen muss den 300TE mit 180 PS ausreichend motorisiert um im Verkehr mit zu schwimmen und sehr bequem auf langen Strecken.
      Die M102 und M103 Motoren sind prinzipiell ähnlich aufgebaut, nur ein paar Zylinder angehängt.

      Gravierender Unterschied, die M103 Motoren hatten immer nur Einfachsteuerkette und waren unauffällig bei Motorschäden.,
      Die M102 (schon im W23 im Einsatz) waren anfangs auch nur mit Einfachsteuerkette und sehr anfällig für kapitale Motorschäden wegen gerissener Steuerkette (leider auch bis 10/1984 beim W201 verbaut, teilweise noch mit Vergaser-Geraffel ;( )
      Gab dann von MB einen Ümrüst-Kit von Einfach- auf Duplex Steuerkette, war auch gleich Umrüstung auf den Keilrippenriemen, soweit ich weiß, haben die sicher nicht ohne Grund gemacht obwohl es auch Motoren mit Simplex-Steuerkette gab die lange gehalten haben..

      Die alten Motoren, auch 2,3er will Heute eigentlich keiner mehr haben, habe einen mit guten Kompressionswerten kpl. für 100€ angeboten bekommen und abgelehnt, den 1992er 2,0er mit 122PS kpl. mit allen Anbauaggregaten, Einspritzanlage, Luftfilterkasten, Kabelbaum und Steuergerät für 150€ fand ich praktischer und besser als Reservemotor (plug & play).
      Habe auch noch drei M103 Reservemotoren (einer plug & play und zwei Nacktmotoren) und sehe entspannt in die Zukunft. :thumbsup:

      Gruß
      Jo

      The post was edited 2 times, last by jo.corzel ().

    • Der schlechtere Ruf der 2.3l-M102 kommt aus deren Anfangszeit - als es den Motor (in Deutschland) noch gar nicht gab im 190er.
      Eingelaufene Nockenwellen, Ölschlamm und die erwähnte nicht immer unproblematische Einfachkette - alles im Rahmen der Weiterentwicklung bis 1985 als das Ding dann im 190er auch hier angeboten wurde behoben. Die alten Geschichten halten sich aber hartnäckig in der kollektiven Erinnerung von Foren und Kaufberatungen...

      edit: Es gab sogar einen "M102 Test", den die Ölindustrie für die Entwicklung von Additiven gegen Ölverschlammung hatte.

      The post was edited 1 time, last by babybenzfan ().

    • Bei den ganzen Preisen sollte man natürlich immer im richtigen Baujahr nachgucken. Die Inflation war seinerzeit beachtlich, sodass ein 190E zwischen Modellstart und Modellende über 30% zugelegt hat.

      Noch viel krasser war die Preisentwicklung im Jahrzehnt zuvor, denn wenn ich mir die Preisentwicklung meines 350SE angucke glaubt man kaum seinen Augen.
      Nicht zuletzt hängt das aber mit den relativ langen Modelllaufzeiten zusammen und um den Umstieg ins Nachfolgemodell nicht so krass ausfallen zu lassen. Der Käufer bekam in den letzten Jahren vorm Modellwechsel wenig Auto für viel Geld, nach dem Modellwechsel andersrum.

      The post was edited 2 times, last by patrick8549 ().

    • Der Druck kam zu der Zeit von allen Seiten. BMW hatte den 318i und 316i im Rennen der gegenüber seines großen Bruder durch den 4-Zylinder erheblich billiger war. Mercedes kreierte aus der Not heraus den 1.8er, der nüchtern betrachtet dem 2.0 nicht viel nachsteht, zumindest sofern beide Nullausstatter sind. Der 1.8er sollte auf kostengünstig getrimmt sein, zumindest nach außen. Das Auto hat dem Unternehmen in der Produktion jedoch fast das gleiche gekostet wie ein 2.0 oder 2.3, denn was soll an den paar Änderungen groß kostensparend gewesen sein. Zumal der Motor nicht einmal in einem anderen Modell zum Einsatz kam, wie z.B. der 2.3 der im w124 fast Standard war.
      Das war ja reine Politik. Der Absatz war zu der Zeit am Boden, selbst mein Vater als Werksangehöriger spielte mit dem Gedanken einen BMW zu kaufen.
      Das bisschen MB-Tex an den Türpappen, ein fehlender DZM, kein Eloxal an den Dachleisten und ne billige Hupe konnten nicht einmal die Umkonstrunktion zum 1.8er kompensieren. Prozesse umstellen, mehr Variantenvielfalt usw. haben im Prinzip nur dazu gedient um den Absatz anzukurbeln. Genauso gut hätte man den 2.0 unverändert mit erheblichen Preisnachlass losschlagen können, aber das hätte am Prestige gekratzt.

      The post was edited 4 times, last by patrick8549 ().

    • Der 1.8er wurde so bepreist um halbwegs konkurrenzfähig zu bleiben. Die Abstriche an der Ausstattung waren bis auf das ABS weitgehend kosmetisch und rechtfertigten den erheblichen Preisunterschied zu den nächsthöheren Varianten keinesfalls, zumal auch beim 2.0 das 5-Gang-Getriebe noch extra kostete....
      Mercedes hatte in der Rezession nach Ende des Wiedervereinigungsbooms in den letzten Zügen der Baureihe dramatische Absatzprobleme (schaut euch den Geschäftsbericht 1993 an, findet sich im Internet) , die vor allem im Preis-Leistungs-Verhältnis begründet waren.

      Die Konkurrenz hatte einfach aufgeholt und jahrzehntealte ertragsträchtige Quasi-Monopole waren gleich mehrfach Vergangenheit - in Europa einerseits der VW-Konzern der mit seinen TDIs die Karten im Diesel-Markt neu mischte, andererseits BMW die erstmals mit E32, E34 und dann dem Bestseller E36 signifikant Marktanteile auf Kosten vom Mercedes gewannen (allein vom 750i E32 mit dem V12 wurden 50.000 Stück verkauft. Ein Grossteil davon wäre ohne dieses Modell bei MB vorstellig geworden). Und - für die Konzernfinanzen am bedeutendsten - in Nordamerika die Japaner die mit neuen Marken und Kampfpreisen aus dem Stand Marktführer wurden. Der Lexus LS 400 schlug ein wie eine Bombe und kostete Mercedes Milliarden.

      Ich habe damals für eine Konzerntochter gearbeitet (das waren die Jahre von Edzard Reuters Technologiekonzern-Traum), und es gab erstmals in der Geschichte Incentives und Preis-Zugeständnisse. Das war für den Vertrieb völlig neu. Trotzdem wurden bei uns - obwohl Daimler-Benz-Tochter(!) - TDI-Audis (erst 100er, später auch noch 80er) als Dienstwagen beschafft statt der 15.000 DM teureren Mercedes-Modelle die dann noch ein Drittel mehr verbrauchten und doppelt so oft zum auch noch teureren Service mussten.

      The post was edited 3 times, last by babybenzfan ().