Hoher Verbrauch und regelmäßiges Absaufen des Motors

    • Hoher Verbrauch und regelmäßiges Absaufen des Motors

      Hallo Liebe W201-Communitiy,

      ich habe momentan ein Problem mit meinem Benz, das Nerven und Sprit kostet. Der Wagen würgt mir in unregelmäßigen Abständen ab. Das passiert meistens, wenn ich auf längerer Strecke bremse, nachdem ich frei gefahren bin. Häufig sind dann Autobahnausfahrten, Einfahren in Kreisverkehr oder Kurven (meistens eher Rechtskurven), sowie Stauenden die Orte, an denen ich zum Stehen komme. Zusätzlich ist der Verbrauch auch ziemlich hoch, ich kann es nur überschlagen, da mein Tacho seit einiger Zeit steht, aber es werden um die 20l pro 100km sein. Weil ich mit meinem Latein so langsam am Ende war, hab ich ihn auch schon in eine Werkstatt gefahren, aber der Meister rätselt auch und tauscht mit mir momentan alle möglichen Verdächtigen aus.

      Da ich auf die Gemischanfettung getippt habe, hab ich alleine im Vorhinein schon die Lambdasonde, sowie den Kühlmitteltemperatursensor gewechselt. Die Unterdruckleitungen habe ich überprüft (Bremsenreinigertest) und nicht wirklich etwas gefunden. Leerlaufregler hab ich ebenfalls gesäubert und auf Funktion überprüft. Auch sind Kurbelwellengehäuseentlüftung und Zusatzstecker neu.

      Die Werkstatt hat dann die Ölabstreifringe gewechselt. Der W201 hat das Öl im Motorraum wohl auf die Zündkerzen geworfen, sodass die Vermutung war, dass er deswegen andauernd ausgeht und durch das schlechte Laufen viel frisst. Im selben Zug wurden Kerzen und Stecker der Zündanlage erneuert. Weil das keine Abhilfe geschaffen hat, haben wir versuchsweise das Kraftstoffpumpenrelais überbrückt, aber auch das hat nichts gebracht. Heute hat mir mein Mechatroniker dann das Überspannungsschutzrelais getauscht, aber 10 min danach stand ich schon wieder, als ich auf eine rote Ampel zugefahren bin, weil der Wagen ausgegangen ist.

      Ich hab selbst schon überlegt, ob die ESD defekt oder undicht sein könnten. Mein Mechatroniker hat mir allerdings gesagt, dass er das Problem eher weniger an der Einspritzanlage sieht, da der Wagen dafür zu gut läuft. Ebenfalls hab ich gestern versuchsweise im Leerlauf mal etwas Bremsenreiniger um die ESD gesprüht und zumindest so keinen Effekt sehen können. Die O-Ringe sind es also denk ich mal nicht. Möglicherweise ist das ESH auch defekt?


      Vielleicht hat einer von Euch ja eine Idee? Ich möchte direkt dazu sagen, dass ich zwar selbst an dem Wagen schraube, aber vor allem Holzhandwerker bin. Dementsprechend habe ich nicht die Erfahrung eines KFZ-Mechatronikers. Wenn ihr Ideen habt, wie ich durch Prüfen gewisse Teile ausschließen kann, schreibt mir gerne!

      Ach ja. Mein Thermoventil ist defekt, ich bin momentan auf Ersatzteilsuche aber hab noch keins gefunden, daher hab ich beide Unterdruckleitungen erstmal blind gemacht.

      Zum Auto:
      W201 2.0 122PS Automatik (4-Gang)
      Baujahr: 1991

      Viele Grüße
      Malte
    • gazzel! wrote:

      Massenverbindung am Motor prüfen. Kurbenwellensensor prüfen. Zündschloss prüfen. Bremspedal pumpen. Mikroschalter prüfen. KE abschalten
      Hey Gazzel, ich werde mich da mal morgen mit beschäftigen. Kannst du mir vielleicht noch sagen, warum das Zündschloss das Problem sein kann? Ich kann den hohen Verbrauch damit irgendwie nicht in Verbindung bringen...
    • Kommt es nur mir so vor, oder häufen sich bei uns im Forum die Fälle bei welchen der Wagen beim Abbremsen ausgeht?

      Habe seit Monaten das selbe Problem, nach längeren/heißeren Fahrten geht der Wagen beim scharfen Abbremsen aus. 2.0 Benziner aus 1990, Automatik.

      Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist, ist dass ich mittlerweile beim Abbremsen schon fühlen kann ob es gleich wieder passiert. Fühlt sich an als wäre ein kurzer Leerweg im Bremspedal? Nichts dramatisches, kann auch Einbildung sein.
      Da ich dieses Wochenende sowieso den BKV (+HBZ und Bremssättel eines 320TE) wechseln werde, werde ich beobachten ob dies irgendeinen Unterschied macht.
    • Ich habe seit Jahren das selbe Problem mit genau den gleichen Symptomen. Habe inzwischen auch alles getauscht was man so tauchen kann und komme nicht weiter. Was mir aufgefallen ist, ist das mein Verbrauch nur im Stadtverkehr so hoch ist (ca. 15l), bei längeren Autobahnfahrten dann wieder so bei 7-8 l. Bei mir geht der Motor nicht schlagartig aus, sondern die Drehzahl sinkt immer weiter bis er aus geht. Das es (völlig zufällig) passiert erkenne ich daran, dass beim Anhalten der Öldruck nur bei 1,5 bar liegt (habe keinen Drehzahlmesser) und immer weiter sinkt bis er irgendwann unter starkem schütteln aus geht. Von KPR über Stauscheiben-Poti bis ÜSR und Lambdasonde wurde alles getauscht. Unterdruckschläuche 10 mal geprüft und einmal erneuert. Microschalter 10 mal gemessen, genauso wie den Drosselklappen-Schalter. Tastverhältnis pendelt um die 50%. Zündgeschirr inkl. Kappe und Finger wurde bereits 2 mal getauscht (auch aufgrund von Marderbissen). Die Einspritzventile habe ich einmal ausgebaut und gereinigt, leider hatte ich keine Möglichkeit das Spritzbild zu prüfen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Dichtungen steinhart waren. die Ventile und die Dichtungen werde ich bei Gelegenheit mal noch tauschen.

      Wobei ich mir noch unsicher bin ist der Hallgeber und der Kurbelwellensensor. Nachdem der 190er nur ein Hobby ist, bin ich noch in keiner Werkstatt gewesen, versuche aber seit 2 Jahren den Fehler zu finden.

      Du bist also zumindest mit dem Problem bei weitem nicht allein. ;)

      Bj. 1991, 1,8 l, Automatik
    • Lini, so verhält es sich auch bei, Drehzahl fällt zufällig ab, Öldruck sinkt bis er ausgeht - nur ohne schütteln sondern ganz sachte.

      Ich meine zu glauben dass ich bei dem Problem bisher nur von Automatik-Fahrern gelesen habe.
      Könnte es vielleicht an dem Getriebe liegen? Dass dieses zu spät runterschaltet und somit die Drehzahl zu tief sinkt und der Wagen absäuft?
    • Das habe ich mir auch tatsächlich schon überlegt, ob es irgendwie mit dem Automaten zusammenhängt. Was allerdings dagegen spricht ist, dass er auch aus geht, wenn ich während des absaufens in N oder P schalte. Meistens sogar schneller, durch die Drehzahlanhebung. Das passiert übrigens auch wenn ich in N schallte und Gas gebe. Die Drehzahl geht hoch und fällt dann beim Abtouren mehr oder weniger sofort auf null und geht aus. Ich weiß dass mein Druckspeicher etwas undicht ist. deswegen sprigt er warm etwas träger an als kalt, aber das ist noch voll im Rahmen. Vllt hängt es auch damit zusammen? Zum auf verdacht tauschen war der mir bisher zu teuer... ;) Kann damit evtl. auch der erhöhte Kraftstoffverbrauch zusammenhängen? aber eigentlich gibt es dafür ja die Rücklaufleitung.

      The post was edited 4 times, last by Lini1902 ().

    • Interessant, wie ihr zwei das Problembild beschreibt. Das passt nämlich eindeutig auch zu meinem Wagen. Ich hab jetzt nochmal alle Sicherungen getauscht. Aufgrund Zeit und Wetter konnte bisher nichts weiter untersuchen, aber werde mich auch mal ransetzen die weiteren Sensoren durchzugehen.

      Seitdem ist der Wagen sicherlich wieder 5-6 mal ausgegangen. Komisch ist, dass es tatsächlich manchmal überhaupt nicht passiert (Arbeitsweg heute), aber auf denselben Strecken mehrere Male vorkommen kann (Arbeitsweg gestern). Zudem ist mir aufgefallen, dass das Absaufen häufiger nach Rechtskurven auftritt. Ich hatte schon überlegt, ob es mit der Tankzufuhr zusammenhängen könnte, wenn das Benzin nach links schwappt. Allerdings passiert mir das schon auch manchmal auf geraden Strecken auf denen ich bremse.

      Mein Arbeitsweg geht über die Autobahn, also teilweise Fahren bis 100 kmh mit vielen Unterbrechungen durch Baustellen. Wenn der Wagen eine Zeit lang 80 bis 100 kmh fahren konnte und dann abgebremst wird (Ausfahrten, Stauenden, ...) kommt es manchmal zum Absaufen.
      Dann sind es dieselben Symptome, die Wol anspricht: Öldruck sinkt, Wagen geht ohne Schütteln und Geräusche aus.

      Hannes-N wrote:

      Beim Benziner könnte man testweise das KPR (Kraftstoffpumpenrelais) tauschen.
      Oder zumindest begutachten. Stichwort kalte Lötstellen.
      Manche Leute sagen ja, ein funktionierendes Ersatzteil gehört sowieso ins Handschuhfach.
      Alternative wäre ein kurzes Kabel mit 2 Laborsteckern dran, Dicke 4mm.
      KPR hatte ich schon überbrückt, das kann es also nicht sein.
    • gazzel! wrote:

      ja, weil dass der Motor ausgeht ist schon extrem.
      es darf natürlich auch ein eines gesamtes Problem sein.

      Zündschloss kann man zum prüfen nur schütteln, den Rest mit Multimeter in 2 Minuten prüfen.

      Löse den Öldeckel und lass ihn liegen, gib leicht Gass- fliegt der Deckel weg oder wird eingesaugt?
      Zündschloss hab ich nun auf Fahrten mehrmals hin und hergewackelt, das scheint in Ordnung zu sein. Zum Öldeckel: Wenn ich ihn abschraube, tanzt er munter auf der Stelle herum. Beim Gas geben ändert sich das nur wenig, es spritzt lediglich etwas Öl an der Seite raus. Der Deckel wird weder angesaugt, noch weggestoßen...
    • Hallo, aufgrund von Krankheit konnte ich noch nicht viel durchtesten. Wollte mich trotzdem mal melden, da ich vielleicht eine neue Spur hab...

      Gestern stand ich in einem ordentlichen Stau, da fällt mir auf, dass meine Temperaturanzeige hochklettert. Hab ziemlich Schiss bekommen, da sie sich der 120° Grenze genähert hat. Glücklicherweise kam ich da raus und der Fahrtwind hat geholfen.

      Erstmal hat mich das verblüfft, da ich vor 5 Monaten etwas Ähnliches erlebt hab. Damals war mir klar, dass die Wapu hin ist, da sie Wasser gelassen hat. Hab sie deshalb auch ersetzt, alle Schläuche geprüft, teilweise getauscht und dann erstmal Ruhe gehabt. Ich stand seitdem allerdings auch nirgendwo mehr so eine lange Zeit mit laufendem Motor auf einer Stelle, sodass ich mich nun gefragt habe, ob es was anders ist und das Problem die ganze Zeit noch da war.

      Thermostat hab ich damals auch ersetzt, ebenso den Temperaturschalter für den Lüfter. Die Magnetkupplung hab ich gestern durch Überbrücken des Schalters ausgeschlossen (passt). Und heute nochmal auf ca. 105° "vorgeheizt", um auch den Schalter selbst auf Funktion zu überprüfen. Ergebnis: Bei heißem Motor blockiert die Magnetkupplung und der Lüfter läuft schneller, wenn der Schalter ordnungsgemäß angeklemmt ist. Somit scheint alles am Kühlsystem zu funktionieren, bleibt also nur noch der Kühler selbst, oder?


      Jetzt meine Frage: Ich hab in einem anderen Forum gelesen, dass bei den 190ern mit Automatik der Öldruck beim Bremsen gerne schneller absinkt, da das Getriebe gegen den Wandler arbeiten muss. Bei niedrigem Öldruck scheint der Wagen immer auszugehen. Könnte das anstatt eines Nebeneffekts oder Symptoms auch die Ursache sein?

      Da das Getriebeöl beim Automatikkarren in den Lüfter geleitet wird: Kann es sein, dass das Getriebeöl nicht ausreichend gekühlt ist, der Wagen deshalb sehr ruppig schaltet und umso mehr der Öldruck des Motors absinkt und letztlich zum Absterben führt? Würde zumindest erklären, warum das häufiger nach Autobahnfahrten passiert, wenn der Motor etwas heißer wird. Ebenso scheinen ja einige weitere Leute insbesondere mit Automatik das Problem zu haben.

      Bin ich da was auf der Spur oder ist das fachlich gesehen eher Unsinn?

      Viele Grüße
    • Meiner ging auch ständig aus oft oder zugut wie immer an der Ampel beim Kupplung drücken in der Kurve oft sehr gefährlich gewesen hab vieles selbst ausprobiert und getauscht wie ein bescheuerten bis ich irgendwann aufgegeben habe.

      Habe dann Termin beim TST Stadler gemacht bisschen Geld investiert. Und meine nerven sind deutlich besser geworden.

      Läuft wie eine 1.